Die gemeinnützige Organisation „Interkulturelle Projekthelden“ aus Neuss hat eine besondere Auszeichnung erhalten. Sie dürfen sich nun „Arbeitgeber der Zukunft“ nennen. Was dieser Preis für den Verein bedeutet.

 

Der Verein „Interkulturellen Projekthelden“ hat mit ihrem Jugendzentrum, dem InKult im Augustinusviertel, schon einige Projekte in den vergangenen zehn Jahren umgesetzt. Dafür hat das interkulturelle Zentrum nun eine besondere Auszeichnung erhalten: Sie wurden mit dem deutschlandweiten Preis als „Arbeitgeber der Zukunft“ ausgezeichnet. Besonders stolz ist der Träger darauf, dass der Verein die Chance erhalten hat, diesen Preis als gemeinnützige Organisation zu gewinnen.

„Wir freuen uns riesig, dass wir als soziale Einrichtung teilnehmen durften und die Punkte für die benötigte Qualifikation erreicht haben. Für uns ist dies ein Zeichen von gelungener Partizipation und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, auf dem vor allem große Firmen und Unternehmen etabliert sind“, berichtet Umut Ali Öksüz, Vorstand des Kinder- und Jugendhilfeträgers. Das Siegel ist eine Anerkennung für sowohl unternehmerische Leistungen als auch die von Fachkräften und Ehrenamtlichen. Mit diesem Preis werden Arbeitgeber ausgezeichnet, die ihrer unternehmerischen Verantwortung in Bezug auf soziale, ökologische und ökonomische Aspekte nachkommen. Sie zeigen damit, dass sie gegenüber Mitarbeitenden, Klienten und Kooperationspartnern verantwortungsvoll und transparent handeln. Dafür verlangt das Deutsche Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (DIND) unter anderem eine Selbstauskunft und begutachtet Feedbacks von Mitarbeitern und Klienten auf gängigen Plattformen wie auf Social Media.

Das Besondere bei den interkulturellen Projekthelden ist laut Verein, dass sich Menschen herkunfts- und altersübergreifend einbringen. „Als Jugendvorstand werden wir in alle Prozesse der Vereinsarbeit integriert. Vor allem bei den Entscheidungsprozessen wirken und bestimmen wir mit. Dadurch vermitteln wir gerade jungen Menschen, die sich bei uns einbringen wollen, dass wir auf ein starkes Arbeitsklima achten und das Miteinander im Vordergrund steht“, so die Jugendsprecherin, Anna Rajavi. Bei dem Kinder- und Jugendhilfeträger engagieren sich über 50 Menschen im Rahmen eines Haupt- oder Ehrenamtes.

RP Online

 

Denn „die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ ist bei ihrer Suche nach inklusiven, innovativen und beispielgebenden Konzepten zur Nachwuchsgewinnung für das Ehrenamt auf die Projekthelden aufmerksam geworden und hat ihnen einen von bundesweit 50 Förderpreisen zuerkannt. Zu dem Preis und der Urkunde, die jetzt in Meertal ankamen, kommt noch ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

„Es macht uns unbeschreiblich stolz, dass unser Engagement in unserer Heimat Neuss auch bundesweit anerkannt wird“, betont der Vereinsvorsitzende Umut Ali Öksüz. Zumal die Projekthelden nicht nur der erste Preisträger aus Neuss sondern auch der einzige im Rhein-Kreis sind.

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt hat im Juli 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Sie entstand auf Betreiben von drei Bundesministerien als erste bundesweite Anlaufstelle zur Förderung ehrenamtlichen Engagements. Das Team der Stiftung erlebe täglich, dass viele Organisationen großartige Ideen haben und mutig neue Wege gehen, um Nachwuchs für ihre Sache zu gewinnen, sagt Vorstandsmitglied Katarina Peranic. „Der Förderpreis ist eine Anerkennung für dieses kontinuierliche Engagement“, fügt sie hinzu, wolle aber auch das enorme Innovationspotenzial sichtbar machen und motivieren.

Das Besondere an der Arbeit der „Projekthelden“ sei die Partizipation, heißt es in der Juryentscheidung. „Die Jugendlichen packen nicht nur bei der Sprach- und Lernförderung und im Jugendzentrum „Das InKult“ mit an, sondern engagieren sich auch im Jugendvorstand.“ Bei allen Netzwerktreffen, Vorstandssitzungen oder Projektkonzeptionen sei immer mindestens ein Vertreter des Jugendvorstands auf Augenhöhe dabei. Der Preis ist aber auch eine Auszeichnung für Öksüz selbst, der gleich nach dem Abitur seinen Traum verwirklichte, einen Ort zu schaffen, der Kindern – egal welcher Herkunft oder Religion – nicht nur hilft, sondern ihnen eine Stimme gibt, sie einbezieht. Die Initiative, aus der 2016 der Verein „Interkulturelle Projekthelden“ hervorging, startete 2010 mit acht Freiwilligen. Heute zählt der Verein mehr als 40 ehrenamtliche Mitglieder.

 

Erster Heimatpreis der Stadt Neuss geht an Interkulturelle Projekthelden

 

Das Heimat mehr ist als nur romantisierende Heimattümelei, spiegelt sich im Ergebnis: Ein interkulturelles Projekt, das für eine bunte Gesellschaft in Vielfalt steht, siegt. Auf Platz zwei folgen eine arbeitsintensive Initiative, die Jahr für Jahr tausenden Nordstädtern ein Wir-Gefühl vermittelt und ein klassischer Heimatverein, der dafür sorgt, dass Zeugen der Vergangenheit die Gegenwart mitgestalten.

Dass die drei Preisträger menschenverbindend in der Stadt Neuss unterwegs sind, zeigte sich in den kurzen Interviews, die der Bürgermeister mit Vertretern der Siegerorganisationen führte. Für Mirac Göl aus dem Jugendvorstand der Interkulturellen Projekthelden ist Neuss „natürlich meine Heimat“. In der Stadt wurde er vor 16 Jahre geboren: „Hier fühle ich mich wohl. Hier wohnen und leben auch die Menschen, die meine Liebsten sind.“ Die Projekthelden gingen 2012 an den Start. Aktuell bauen sie ein Jugendzentrum am Berghäuschensweg auf und organisieren freizeitpädagogische Aktivitäten und außerschuliche Bildungsangebote sowie Projekte in den Bereichen Kunst, Musik, Film und Theater. Motor ist der Vorsitzende Umut Öksüz, vorgeschlagen wurden die Projekthelden von Britta Franken, Geschäftsführerin Theater am Schlachthof und Projekthelden-Vorstand.

„Durch die Arbeit der Interkulturellen Projekthelden werden Respekt, Toleranz, interkulturelle Kompetenz und kulturübergreifende Interaktion gefördert. Die Interkulturellen Projekthelden schaffen Integration durch vorbildliche Bildungsprojekte. Sie entdecken zusammen mit den Kindern und Jugendlichen die Angebotsvielfalt der Kultur und unterstützen und stärken damit die Identitäts- und Interessenbildung der jungen Menschen.“
Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss Laudatio vom Lanrat, Hans-Jürgen Petrauschke
Bewerber: Umut Öksüz und das Team Interkulturelle
Projekthelden aus Neuss

Projekt:
„Stärkung der Identität und Förderung der
Integration von Kindern und Jugendlichen in
Deutschland durch interkulturelle
Bildungsprojekte“

Die Interkulturellen Projekthelden betreuen seit Jahren Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Sie haben dabei festgestellt, dass Kinder und Jugendliche durch politische und mediale Einflüsse oft ein Identitätsproblem und viele Vorurteile gegenüber anderen Religionen und Kulturen haben. Diesem Problem möchten sie gerne abhelfen. Sie setzen der Langeweile aktiv etwas entgegen, entdecken die Angebotsvielfalt der Kultur mit ihnen und fördern und stärken damit die Identitäts- und Interessenbildung der jungen
Menschen. Dafür arbeiten sie eng mit den Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt Neuss zusammen.

Durch kulturelle Bildungsangebote werden Talente entdeckt und gefördert, Bildungsorte vorgestellt und entdeckt. Dies trägt auch zur
Identifizierung mit dem eigenen Wohnort bei. Teilhabe an der Kultur ist gleichzeitig auch Teilhabe am gesellschaftlichen Zusammenleben. Die jeweiligen Projekte sind für die Kinder und Jugendlichen kostenlos und finden an den
Wochenenden und in den Ferien statt. Gerade zu diesen Zeiten gilt es, der Langeweile sinnvoll entgegen zu wirken und alternative
Freizeitaktivitäten zum Medien- und Internetkonsum anzubieten. Der gesamte Vorstand des Vereins engagiert sich ehrenamtlich – von der Vorbereitung, Begleitung und Koordinierung der einzelnen Projekte bis zur Unterstützung der Eltern durch Brückenbildung zu den Projekten.

Die in den Projekten eingesetzten Anleitenden haben jahrelange Erfahrung in der Durchführung kultureller Bildungsangebote. Durch Multiplikatoren im Verein, die teilweise selbst eine Migrationsbiografie mitbringen, ist der Zugang zu Menschen mit Migrationshintergrund effizienter zu erreichen.

Durch die interkulturellen Projekte sind Freundschaften entstanden. Heranwachsende und ältere Teilnehmende, die teilweise schon seit sechs Jahren dabei sind, betreuen zum Teil die neuen Projekte mit und sind gleichzeitig „kleine
Multiplikatoren der Zukunft“. Sie bilden unter anderem auch einen Jugendvorstand im Verein. Zu den Angeboten zählen z.B. Theater, Musik,
Bildende Kunst und Ausflüge. So wurden z.B. ein Musikworkshop durchgeführt, eine Museumsführung unter dem Motto „Kinder führen Kinder“ im Clemens-Sels-Museum organisiert, ein Manga-Projekt und ein Arche-Noah-Projekt verwirklicht, dessen gebastelte Arche dann bei einem Besuch im Augustinus-Memory-Zentrum zur Freude der dortigen Bewohner einen
endgültigen Standort fand.

Im Schützenmuseum haben die Interkulturellen Projekthelden ein „Museum zum Selbermachen“ angeboten. In den Sommerferien organisierten sie
mit finanzieller Unterstützung der Stadt Neuss einen „Kunstclub“ mit Film- und Video-Workshop und einem Graffiti-Workshop. Durch die Arbeit der Interkulturellen Projekthelden werden Respekt, Toleranz, interkulturelle Kompetenz und kulturübergreifende Interaktion gefördert. Die Basis bilden Offenheit und Wertschätzung von Vielfalt.

Die Jury ist der Meinung, dass die Arbeit der Interkulturellen Projekthelden preiswürdig ist. Ich danke Frau Britta Franken vom Theater am Schlachthof in Neuss, die dieses Projekt für den Wettbewerb vorgeschlagen hat.

Herr Öksüz und Frau Franken, ich gratuliere Ihnen
und dem Team der Interkulturellen Projekthelden
und darf Ihnen hiermit den Integrationspreis 3.
Platz des Rhein-Kreises Neuss überreichen.

Die Laudatio von Ghalia El Boustami (Stadtverordnete & Vorsitzende im Raum der Kulturen)
über die Interkulturellen Projekthelden und den Integrationsförderpreis der Stadt Neuss

„Nehmen Sie junge Leute, denen die Stadt Neuss am Herzen liegt, weil sie hier aufgewachsen sind. Stellen Sie sie in ein Umfeld, in dem sie nicht die gleichen Chancen haben, wie andere – sie gehen auf die Hauptschule vielleicht, ihre Eltern arbeiten, und sind, wie man heute sagt – bildungsfern.

Dann geben Sie diesen Jugendlichen die Chance, Personen kennenzulernen, die an sie glauben. Sehen Sie zu, wie sie ihre Wege gehen, und sich zum Teil für einen pädagogischen Beruf entscheiden, um die positiven Erfahrungen weiterzugeben, die sie erfahren haben. „Du schaffst das“, „Du bist wertvoll“, das Gefühl wollen sie vermitteln.

Fatma Saglam hat Mathematik auf Lehramt studiert und dabei ihr Talent entdeckt. Nun schreibt sie ihre Doktorarbeit zum Thema Vermittlung von Mathematik und unterrichtet Studenten an der Universität Wuppertal, Umut Ali Öksüz ist Pädagoge und arbeitet in gemeinsamen Projekten mit Frau Prof. Dr. Ursula Boos-Nünnig, DIE Autorität im Forschungsbereich Bildungschancen bei Migrantenkindern und Familien. Beide haben im Rahmen eines Praktikums angefangen, in einem Lernzentrum als Honorarkraft zu unterrichten. Genauso war es bei Janine Hildebrandt. Die Erfahrung, dass sie als Vorbilder eine positive Wirkung auf die Kinder und einen guten Zugang zu deren Eltern haben, hat die drei dazu ermutigt, die Kinder noch intensiver zu begleiten. Und in Tuchfühlung mit ihnen zu bleiben. Es wäre leicht gewesen, sich der eigenen Karriere zu widmen. Aber die Arbeit mit den Kindern macht ihnen sehr viel Spaß, das merkt man, wenn man sich mit ihnen über ihre Ferienprojekte unterhält.
Die Stadt Neuss mit ihren tollen kulturellen Angeboten gemeinsam mit den Kindern zu entdecken und dadurch den Kindern völlig neue Welten zugänglich zu machen, ist schnell das Ziel.

Alle Ferienzeiten seit 2011 sind die drei damit beschäftigt, mit den Kindern des Lernzentrums, und bald mit weiteren aus unterschiedlichen Schulen in Neuss, Kunstprojekte zu entwerfen und durchzuführen. Anfänglich ganz allein, dann mit der Unterstützung von Künstler/innen der Alten Post und des Theaters am Schlachthof, Mitarbeiter/innen der Stadtbibliothek, des Clemens-Sels-Museum, des Schützenmuseums… Die Gruppen sind bunt gemischt, immer neu zusammengestellt, die Projekte sind sehr beliebt und erreichen viele Kinder und Familien, die von sich aus nicht den Weg ins Museum oder ins Theater finden würden. Es wird ausprobiert, die Kinder werden miteinbezogen in der Ideenentwicklung, die Eltern unterstützen tatkräftig, z.B. beim Essenzubereiten. Die Projekt-Leiter/innen suchen nach Fördermöglichkeiten, z.B. über den Kulturrucksack, so dass die Projekte für die Kinder mittlerweile kostenlos sind. Sie arbeiten aber selbst komplett ehrenamtlich. Und werden es weiterhin tun.
Auch wenn ein Kind Unterstützung braucht, z.B. sonntags, weil am Montag eine Arbeit geschrieben wird und es verunsichert ist – „schaffe ich das?“ – sind sie einfach da. Ohne zu zögern. Das nenne ich, Pädagoge/in im Herzen zu sein.

Als ich Fatma, Umut und Janine kennenlernte, waren sie eine informelle Gruppierung. Mittlerweile haben sie sich als Initiative formiert und nennen sich „Interkulturelle Projekthelden“. Mehrere Mitstreiter/innen sind dazugekommen. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen entwickeln sie gerade ein Logo und haben Riesenspaß dabei. Was für eine Energie in ihnen steckt, ist einfach unglaublich. Bald wollen sie einen Verein gründen – und die Stadt Neuss mit ihren unzähligen kleinen und großen Helden kann nur davon profitieren. Auch im Raum der Kulturen seid Ihr, liebe Interkulturelle Projekthelden, als neuestes Mitglied gut aufgehoben, was mich als Vorsitzende ganz besonders freut. Bei mir auf jeden Fall ist der Funke der Begeisterung übergesprungen und ich freue mich sehr, Euch zum Integrationsförderpreis der Stadt Neuss 2015 ganz herzlich zu gratulieren.“
Ghalia El Boustami

Die Rede von Heinz Mölder, Vorstandsmitglied der Sparkasse Neuss

Deutscher Bürgerpreis 2015
Alltagsheld: Umut Ali Öksüz
(ES GILT DAS GESPROCHENE WORT)

Meine Damen und Herren,

der Kuratoriumsvorsitzende Herr Bürgermeister Napp hat mich gebeten, ihn heute zu entschuldigen. Aus dem Kuratorium begrüße ich Frau Wellem, Herrn Jansen und Herrn Jakubassa.

Den nächsten Preisträger kann man getrost als „Hansdampf in allen Gassen“ bezeichnen. Wobei, wenn ich das sagen darf, vielleicht der typisch deutsche Name „Hans“ nicht so richtig passen würde.
Er ist ein wirkliches Paradebeispiel für integrative und lebendige Kultur im besten Sinne.
Unser Alltagsheld wurde in Neuss geboren, ist türkischer Abstammung aus einer Arbeiterfamilie und sagte in einem Interview über sich selbst, dass, Zitat, „er in der Schule ein problematischer Schüler gewesen sei.“ Für ihn hatten Bildung und Schule über eine lange Zeit keinen wirklichen Stellenwert. Lehrer urteilten damals, dass „aus ihm nie etwas werden würde.“

Es schien, als hätten Bildung und Kultur bei ihm versagt.
Und heute?
Wenn man seinen Namen bei einer Suchmaschine im Internet eingibt erhält man über 200.000 Einträge, die sich direkt auf ihn beziehen.
Er ist also auch ein „Hansdampf“ im Web, und dies sind locker 100 mal mehr Einträge als bei meinem Namen.

Wobei ich mich selber, trotz meines Vornamens Heinz, auch nicht als „Heinzdampf in allen Gassen“ bezeichnen würde.
Unser Preisträger ist Lehrer, Pädagoge, Buchautor, Fachtrainer und Ausbilder für KidsWingTsun, eine Kampfsportart für Kinder und Jugendliche.
Es klingt nach einer Phrase, wenn ich Ihnen jetzt sage, dass eine Aufzählung seiner Projekte und Tätigkeiten den heutigen Rahmen sprengen würde, aber – glauben Sie mir, dem ist wirklich so.

Ich bemühe mich daher, zumindest die wichtigsten Projekte zu nennen.
Unser Alltagsheld studierte islamische Religionslehre auf Lehramt in Münster, womit er zu den ersten Religionspädagogen islamischer Religionslehre in NRW gehört.
Er beherrscht die Gebärdensprache, ist staatlich geprüfter zertifizierter Dolmetscher und diplomierter Sozialtrainer. Er trainiert Kinder im Kampfsport Wing-Tsung, um sie zu selbstbewussten, aufrechten und willensstarken Menschen zu erziehen, die negativen Einflüssen widerstehen können.
Des Weiteren ist er Buchautor, schreibt eine Kolumne im Deutsch-Türkischen Journal, gibt Seminare für Eltern und Schüler zu den Themen „Medienerziehung“, „Interaktion Eltern und Kinder“ und „Islam“ und organisiert Spenden für Waisenhäuser in Afrika.

Zusätzlich ist unser Preisträger wissenschaftlicher Mitarbeiter mit dem Forschungsschwerpunkt: „Interkulturelle Elternbildung“ und hat eine Fortbildung zur Kinderschutzfachkraft sowie zur Cuisenaire-Mathematik-Pädagogik absolviert. Diese Pädagogik hilft Kindern ein mathematisches Grundverständnis aufzubauen und nicht bereits in der Grundschule das Interesse an dem Fach Mathematik zu verlieren.
Jedes Jahr organisiert er gemeinsam mit Künstlern vom Kulturrucksack, einer Initiative des Landes NRW, einen Kulturworkshop, um die Kreativität der Kinder zu fördern.

Ehren könnte man ihn sicher schon allein für eines dieser Projekte, aber er erhält den Preis „Alltagsheld“ der Sparkassenstiftung Neuss besonders für sein ehrenamtliches Engagement im Neusser Lernzentrum Novaesium.
Hier werden Kinder mit schulischen Problemen mit einem speziellen Förderkonzept unterstützt und dazu aufgerufen, zum Wohle der Gesellschaft beizutragen. Dies geschieht durch soziale Projekte wie beispielsweise Seniorenbesuche in Altersheimen oder Putzaktionen in der Stadt.
Im Juni diesen Jahres organisierte unser Preisträger gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen das „Hutprojekt“. Hier konnten seine Schüler und Schülerinnen wunderschöne Kunstwerke gestalten, die zwei Wochen im Neusser Schützenmuseum ausgestellt wurden.
Um Kindern das Lesen näher zu bringen, arbeitet er unter anderem eng mit der Stadtbibliothek Neuss zusammen.

Er leitet dazu noch Feriencamps und Ferienspaß-Aktionen, die Kinder auf spielerischen und entspannten Wegen zum Lernen animieren sollen.
Sehr geehrter Herr Öksüz, Ihr Tag muss mindestens 48 Stunden haben, um dieses riesige Programm bewältigen zu können.

Ich habe Ihnen nicht zu viel versprochen, als ich sagte, dass unser Alltagsheld ein „Hansdampf“ und auf unglaublich vielen Feldern ehrenamtlich aktiv ist.
Besonders sein Einsatz für Bildung ist uns positiv aufgefallen, denn sie ermöglicht erst den Zugang zu Kultur. Sein Engagement verkörpert wahrlich das diesjährige Motto „Kultur leben – Horizonte erweitern“.
Dafür danke ich ihm sehr herzlich.

Meine Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir und einem kräftigen Applaus den Preisträger der Sparkassenstiftung Neuss für die Kategorie „Alltagsheld“

Herr Umut Ali Öksüz

Herausgeber von Verschieden – aber eins
Hrsg.: Natali Ochmann, Umut Ali Öksüz, Mechtild Swertz
UHR-Verlag, 2018. 67 Seiten. Format A5. Gebunden. Hardcover
ISBN 978-3-936606-34-8, 10€

 

Autor im Fachbuch
Bildungsbrücken bauen
Stärkung der Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund
Ein Handbuch für die Elternbildung
2016, 308 Seiten, broschiert, zweifarbig, 24,90 €, ISBN 978-3-8309-3380-9
Für weitere Infos auf den
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Lesen fördert Fantasie

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Erfolg hat drei Buchstaben: TUN!

Johann Wolfgang von Goethe